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Neuigkeiten von Anne

Während die drei es sich auf der Eingangstreppe bequem machten und Wilfrieds neuste Küchenexperimente durchprobierten, tollten die kleinen Hunde um sie herum. Bis plötzlich das Telefon an der Rezeption klingelte. Georgie sprang auf und nahm den Hörer ab. „Willkommen im Hotel „Zur Burgruine“ auf der Felseninsel. Was kann ich für Sie an diesem wunderbaren Tag tun?“ - „Oh, Georgie…das klingt irgendwie…na ja, so…so…na ja, ein bisschen zu viel! Aber ansonsten: Sehr professionell!“ - „Oh, Anne, hallo, schön, dass Du Dich meldest! Und, hey, lass mich doch, wäre doch schön, wenn alle Menschen viel freundlicher und etwas weniger ernst wären!“ - „Ja, aber…!“ „Nix, aber …bleib locker. Nach dem Eröffnungswochenende, sozusagen der Generalprobe, werde ich schon etwas vernünftiger ans Telefon gehen!“ - „Ich mein ja nur…sei nicht gleich beleidigt!“ – „Bin ich nicht, dazu habe ich einen viel zu großen Zuckerschock durch die neusten Kuchenköstlichkeiten von Wilfried!“ – „Hmmm, sag nicht, dass ihr gerade eine Kostprobe verspeist. Da bin ich ja mal gespannt, was wir dieses Wochenende alles vorgesetzt bekommen! Hoffentlich vertrage ich alles!“ – „Also…komm, also ob wir … Halt, Stopp, warten mal…also, neeee, DAS glaub ich nicht!“ – „Hi, Du hast es erraten! Eigentlich wollten wir es Euch erst am Freitag persönlich sagen, aber … na ja, das passte jetzt so gut!“ – „Du bist wieder schwanger! Seid wann?“ – „In der 15. Woche und es geht mir eigentlich ganz gut, im Vergleich zu den beiden anderen Schwangerschaften!“ – „Mensch, Anne, und ich dachte, dass Hardy einen Scherz machte, als er davon sprach, dass ihr eine ganze Fußballmannschaft haben wollt! Wahnsinn!!!!“ – „Ja, wir geben uns Mühe! Warte mal, ich gehe schnell in die Bibliothek…sonst verstehe ich gleich mein eigenes Wort nicht mehr. Hardy und die beiden Racker sind wieder da!“ Georgie konnte durch das Telefon ein wildes Geschrei und Gejohle hören und eine tiefe Stimme, die rief: „Halt, stehen bleiben, hier spricht die Polizei! Ihr seid alle verhaftet….eindeutige Beweise belegen, dass ihr das Eisfach geplündert habt und das ganze Schokoladeneis verspeist habt!“ Eine dünne Mädchenstimme gab lachend zurück: „Ha, Daddy, als ob Du nicht mitgegessen hättest!“ Georgie konnte sich die Szene bildlich vorstellen, wie Hardy und ihre beiden Nichten – Lucy und Sarah – mit ihrem Vater durch die Villa in einem Londoner Stadtteil tobten! „Mensch“, dachte Georgie, „und nun ist Anne schon wieder schwanger! Purer Wahnsinn! Na ja, die beiden haben ja genug Geld für mehr als eine Fußballmannschaft! War es tatsächlich schon mehr als 8 Jahre her, dass die beiden in einer wirklichen Traumhochzeit geheiratet hatten?! Und dabei waren die meisten sehr skeptisch, ob eine Ehe – in so jungen Jahren geschlossen – auf die Dauer halten konnte. Bis jetzt tat sie es ganz offensichtlich. Und immerhin waren Anne und Hardy nicht nur Ehepartner, sondern auch Geschäftspartner. Neben dem Vermögen, das Hardy von seinem viel zu früh verstorbenen Vater geerbt hatte, hatten er und Anne gemeinsam ein Vermögen in der Internetbranche gemacht. Schon ulkig, die kleine schüchterne Anne war eine erfolgreiche und „eiskalte“ Geschäftsfrau geworden. Und mit Computern kannte sie sich ja wirklich aus, schließlich hatte sie bis zur Geschäftsgründung an der Uni im Fachbereich Informatik gearbeitet. Georgie selbst waren Computer ein großes Rätsel und mehr als Onlineshoppen und E-Mails machte sie nicht. Da war Joe schon besser. Glücklicherweise hatte Anne sich um den Internetauftritt des Hotels – inklusive Onlinebuchungen usw. - gekümmert. Berta verwaltet das ganze und ihre bald eintreffende Rezeptionistin, die sie auf einem Hotelseminar kennen gelernt hatten, kannte sich auch damit aus.“ - „Hallo, Georgie, bist Du noch da?“ fragte Anne verwundert ins Telefon. „Ja, ja, sorry, war gerade mit meinen Gedanken woanders! Sag, mal, und Hardys Mum, die war doch mal wieder überglücklich, oder. Jetzt hat sie noch mehr um die Ohren und ist voll eingespannt und kommt gar nicht auf die Idee sich einsam zu fühlen.“ – „Oh, jaaaa, Vivien ist überglücklich und hat sich endlich dazu bereiterklärt, dass wir das Dachgeschoß für sie ausbauen und sie zu uns zieht! Das wird klasse und zusammen mit Mary bekommen wir das schon alles hin.“ – „Anne, wer ist Mary?“ fragte Georgie, die diesen Namen noch nie gehört hatte. „Oh, entschuldige, Mary ist unser neues Kindermädchen…etwas jünger als Vivien und sehr robust und bodenständig. Die beiden verstehen sich glänzend. Na ja, eigentlich ist Mary ja eine Freundin von Vivien, die auch seit Einigerzeit Witwe ist und ihre eigenen Enkel kaum zu Gesicht bekommt. Ihre Familie wohnt in Australien. Wir haben uns gedacht, dass Vivien mit bald 3 Teppichmonstern sicherlich Hilfe gebrauchen kann!“ – „Na, das glaube ich gerne!!!" Georgie konnte sich momentan noch nicht einmal die Verantwortung für ein Kind vorstellen. „Ja, und so falle ich in der Firma auch kaum aus…ohne Hilfe wäre das alles gar nicht möglich! Und, na ja, die Kinderbetreuung…das ist ein ewiges Thema. Ich sage es Dir! Aber nun genug, ich hatte eigentlich angerufen, um zu fragen, ab wann ihr uns am Freitag erwartet, ob die Kinderbetten schon eingetroffen sind, oder wir Reisebetten mitnehmen sollen?! Ach, ja, und wir kommen ohne Julian…er kommt erst am Samstagmorgen nach.“ – Georgie war entsetzt! „Waaaas! Das gibt´s doch nicht…der kann was erleben! Wehe er hat keine gute Ausrede hat, dann …!“ Anne schmunzelte, als sie antwortete: „Na ja, gute Erklärung…tja…die Erklärung ist gerade mal volljährig, hat meterlange Beine, ein dümmliches Lächeln, Rehaugen und heißt…puh, wie hieß sie noch…irgendwas mit C oder, nee, Eve…sie heißt Eve!“ – Georgie schüttelte den Kopf…ihr Cousin und seine Kurzzeitromanzen! Das kann ja heiter werden. „Oh, Anne, wetten, dass er das absichtlich macht, damit ich sage – oh, liebster Julian, komm doch schon Freitag und bring die Liebe Deines Lebens mit! – puhhh!“ Anne lachte: „Ja, wahrscheinlich! Also, Du ich muss los, schreib einfach eine Mail mit allen wichtigen Infos und dann sehen wir uns Ende der Woche!“ – „Klar, mach´s gut und grüße Hardy und die kleinen Racker!“ Georgie wand sich der offenen Eingangstür des Hotels zu und rief: „Hey, ihr beiden, Berta, Wilfried, ihr glaubt es nicht! Anne ist schon wieder schwanger!“
9.5.07 08:40





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